Tirol

	
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Warum haben es gerade diese Autoren in die Shortlist geschafft?
Eine Frage, die unsere Berg.Welten-Jury Jahr für Jahr beantworten muss. Wenn Sie die Jurybegründungen für die Top 5 von Berg.Welten 2010 interessieren, dann lesen Sie doch die Kommentare der Damen und Herren zu den einzelnen Beiträgen. Außerdem können Sie sich auf diesen Seiten durch exzellenten Reisejournalismus blättern. Alle Autorinnen und Autoren, die in die Shortlists von Berg.Welten gereiht wurden, stellen sich hier und auf den folgenden Seiten vor.
mehr zu Christine Hohwieler
Frauengipfel
Brigitte Woman, Dezember 2011
mehr zu Christine Hohwieler
geboren 1966, studierte in München Kommunikationswissenschaften. Sie absolvierte ein Volontariat beim Playboy und arbeitet seit 1995 bei der BRIGITTE, zunächst als Redakteurin in der Kultur, danach als Ressortleiterin Dossier. Vor drei Jahren wechselte sie zur BRIGITTE WOMAN. Seit 2011 ist sie dort als Redaktionsleiterin tätig.
"Christine Hohwieler, eine Mittvierzigerin, die gerne in mittleren Höhen wandert, hat sich etwas Besonderes ausgesucht: Ein 4000er soll es sein, darunter will sie es diesmal nicht tun, denn in ihrem Alter will sie es noch einmal genau wissen. Selbstironisch im Ton, stellt die Autorin ihre Motivation und ihre Zweifel an dem Projekt dar. Doch sie lässt den Blick auch schweifen, sodass keine Selbstbespiegelung, sondern ein atmosphärisch dichtes Bild dieses einmaligen Bergabenteuers entsteht."

"Christine Hohwieler beschreibt eine anstrengende Wanderung als persönliche Herausforderung und Selbsterfahrung. Trotz aller Anstrengungen, von denen ungeschönt und ohne jede Angeberei erzählt wird, bleibt die Autorin humorvoll und authentisch."

"Klassische, gut geschriebene Ich-Reportage. Der Autorin gelingt es, die Besteigung eines Viertausenders gleichermaßen anschaulich, spannend und doch zurückhaltend zu schildern. Sie verzichtet trotz des extremsportlichen Themas auf Adrenalin-Rhetorik und wahrt eine wohltuende Distanz zum eigenen Tun."

"Die „lebensfeindlichen Klopse, die nur den Ehrgeiz befriedigen und nichts als Weitblick bieten“, haben Christine Hohwieler nie gelockt – bis sie sich mit Mitte vierzig ihrer Vitalität versichern muss und beschließt, einmal im Leben einen Viertausender zu besteigen. Ehrlich und selbstkritisch beobachtet sie sich dabei, wie sie sich vor der großen Herausforderung durch den Vergleich mit noch Älteren zu beschwichtigen versucht, wie während der Besteigung ihre Furcht zurückkehrt und der Tag dennoch zu einem Erfolgserlebnis wird, auch wenn an seinem Ende die Erkenntnis steht, dass sie nicht in die Region der hohen Gipfel gehört. Nebenbei ein sympathisch entromantisierender Blick auf die lebenspraktischen Umstände der Bergsteigerei."
Frauengipfel, erschienen in "Brigitte Woman", Oktober 2011
mehr zu Jörn Klare
Ein Keks für hundert Höhenmeter
Frankfurter Allgemeine Zeitung , 2. November 2011
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geboren 1965 in Hagen/Westfalen. Er studierte Psychologie und Theaterwissenschaft an der FU Berlin und der Hochschule der Künste Berlin und arbeitete für Theater in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Seit 1995 ist er als freier Autor für Reportage- und Feature-Redaktionen im ARD-Hörfunk, beim Deutschlandradio sowie für verschiedene Printmedien (u.a. ZEIT und FAZ) aus ca. 30, sehr gern auch bergigen, Ländern tätig. Dafür erhielt er Preise und Stipendien. Im Suhrkamp Verlag Berlin erschienen die Sachbücher „Was bin ich wert? Eine Preisermittlung" und „Als meine Mutter ihre Küche nicht mehr fand - Vom Wert des Lebens mit Demenz". Jörn Klare lebt in Berlin.
www.joern-klare.de
"Eine ganz besondere Konstellation beim Wandern beschreibt Jörn Klare: Der Autor hat es sich vorgenommen, seiner achtjährigen Tochter bei einer Tour oberhalb von Obergurgl die Schönheiten des Wanderns näher zu bringen, ja, sie regelrecht für die Partei der Wanderer zu werben. Wer je die Frage „Wie weit ist es noch?“ beantwortet hat, wird diesen gut geschriebenen, heiter-ironischen Text mit großer Freude lesen."

"Eine sympathische Geschichte mit hohem Identifikationspotential für junge Eltern. Unaufgeregt und einfühlsam schildert ein Vater die Bergwanderung mit seiner kleinen Tochter. Er löst Wiedererkennen aus bei den LeserInnen und macht durch sein Beispiel Mut, es ihm gleich zu tun."

"Der Autor schildert eine Bergtour mit seiner eher wanderfaulen Tochter. Es ist ein kleines Thema, das aber dank der Kunst des Autors zu einer wunderbaren, charmanten Geschichte wird. Mit viel Selbstironie, Humor und Liebe erzählt er von seinen Bemühungen, der Tochter seine Begeisterung für die Berge zu vermitteln."

"Jörn Klares Text funktioniert in erster Linie aufgrund des Wiedererkennungseffekts: Welcher Elternteil stand nicht schon vor dem Problem, die eigenen Kinder für die bevorzugte Sportart begeistern zu wollen, und erreichte im schlechtesten Fall genau das Gegenteil? Der Autor vermeidet das „Ich“ und spricht vom Vater, gesteht freimütig (und drastisch) das vorangegangene Scheitern ein und beschreibt eine mehrtägige Hüttentour mit der achtjährigen Tochter, auf der sich die „Prinzessin“ auch dank einiger Zugeständnisse schließlich vom Abenteuerfaktor der „richtigen Berge“ überzeugen lässt. Unterhaltsam für Leser, die sich mit „Lobbyarbeit in der eigenen Familieninnenpolitik“ identifizieren."
Ein Keks für hundert Höhenmeter, erschienen in "Frankfurter Allgemeine Zeitung", 2. November 2011
mehr zu Elke Michel
Immer der Nadel nach
Die Zeit, 13. Oktober 2011
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wurde 1975 in Winterthur geboren. Nach dem Abitur studierte sie Kommunikationswissenschaft, Politik und Recht in München und besuchte die Deutsche Journalistenschule. Seit 2002 schrieb sie als freie Journalistin mit Spezialgebiet Glossen und Humor für verschiedene Medien und war Kolumnistin von ZEIT Campus und Men´s Health. Von 2006 bis 2010 arbeitete sie als Pauschalistin im Reiseressort bei BRIGITTE. Seit 2011 ist sie Redakteurin im Reiseteil der ZEIT. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem „Columbus Autorenpreis“, dem „Meridian Journalistenpreis“ und dem „Journalistenpreis Irland“ ausgezeichnet.
"Elke Michel begibt sich auf eine Wander- und Stricktour nach Island, in deren Verlauf sich ihre eher distanzierte Haltung gegenüber dieser Form des Handarbeitens zur Verwunderung über das unvermittelte Flow-Erlebnis beim Stricken wandelt. Sprachwitz, fantasievolle Bilder und Neologismen unterstreichen die Originalität des Themas und veranschaulichen die Besonderheiten der isländischen Landschaft."

"Es zieht sich ein starker roter Faden durch diese Geschichte: das Stricken. Mit Kreativität und sprachlich originellen Einfällen gelingt es der Autorin, alle ihre Beobachtungen in den Kontext des isländischen Nationalhobbys zu stellen. Am Anfang begleitet sie die einheimische, strickende Gruppe auf ihrer Reise mit Skepsis. Langsam entdeckt sie den Reiz der Handarbeit ("Joggen mit den Händen") und begreift, warum Stricken hier ein äußerst passender, schöpferischer Akt ist: "ein bisschen Gott spielen, oder wenigstens Vulkan, wenn auch nur mit Wolle". Humorvolle, gut beobachtete Reportage, die so unterschiedliche Themen wie Handarbeit, isländische Geschichte, Wandern und Geologie kunstvoll miteinander verbindet."

"Eine originelle Idee – sich strickend dem Land der StrickerInnen (Island), anzunähern – wird humorvoll umgesetzt. Der Text wirkt leichtfüßig und elegant und bringt doch viele neue Einblicke und Informationen über das Land, von dem er handelt."

"Das Stricken boomt. Diesem Modetrend trägt Elke Michel mit ihrem Text über eine Reise in Island Rechnung: Gestrickt wird in allen Lebenslagen, im Bus, in Berghütten und beim Gehen. Die Autorin erkundet die fremde Welt der Handarbeit mit Ironie und Entschlossenheit. Herauskommt bei der ganzen Mühe nicht nur ein kleiner Pullover, sondern ein unterhaltsamer Text, der die Vulkane Islands als Reiseziel vorstellt."
Immer der Nadel nach, erschienen in "Die Zeit, 13. Oktober 2011
mehr zu Kati Thielitz
Ein Dorf sieht rot
Süddeutsche Zeitung, 1. Dezember 2011
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geboren 1981, hat Kunstgeschichte, Politik- und Kommunikationswissenschaften in Amsterdam, Bonn und München studiert und die Deutsche Journalistenschule absolviert. Sie schreibt Reportagen und Porträts u.a. für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit oder das ADAC Reisemagazin. Ihre Texte wurden mit dem „Graubünden Nachwuchspreis für Reisejournalisten“ und dem „Südtirol Medienpreis“ ausgezeichnet. Kati Thielitz lebt in München.
"Kati Thielitz stellt uns Liebhaber der Rhätischen Bahn, die das Bündner Dorf Filisur besuchen, als die idealen Feriengäste vor: Sie sind unabhängig von Schnee- oder Wetterbedingungen einfach zufriedenzustellen – Hauptsache, der rote Zug fährt. In der kurzen, angenehm pointierten Reportage kommen neben zwei „Pufferküssern“ aus Deutschland auch eine Hotelchefin, ein Streckenwärter sowie ein Museumsbesitzer und Fremdenführer zu Wort. Die Berge tauchen nicht einmal als Kulisse auf und sind doch – weil die topografischen Gegebenheiten der Landschaft die außergewöhnliche (und UNESCO-Weltkulturerbe-würdige) Streckenführung durch Kehrtunnels und über hohe Viadukte bedingen – Voraussetzung für die Faszination."

"Gelungener Einblick in eine skurrile Urlaubswelt, in der ein Hotelzimmer mit Blick auf Bahngleise mehr wert ist als die Aussicht aufs Bergpanorama. Die Rhätische Bahn ist ein beliebtes Thema für Reisereportagen. Durch den Zugang über die Eisenbahnliebhaber-Szene gelingt es der Autorin, aus dem Klassiker eine originelle Reportage zu machen."

"Eine liebevolle Schilderung der Passion der Eisenbahnliebhaberei und eine Liebeserklärung an die Rhätische-Bahn. Die Autorin wahrt die richtige Distanz zu ihrem Gegenstand. Sie beschreibt detailreich und verständnisvoll und macht sich nicht über die „Pufferküsser“ lustig."

"Aus einer ungewöhnlichen Perspektive beleuchtet Kati Thielitz den Tourismus im Gebirge: Die Rhätische Bahn, seit 2008 Weltkulturerbe, zieht ganzjährig Eisenbahn-Verrückte aus aller Welt an. Die Autorin hat sich deren Art, die Welt zu betrachten, anverwandelt, sodass auch dem bahnfernen Leser die Leidenschaft spürbar wird. Die Ansteckung mit dem Bahn-Bazillus wird durch Lachen abgewehrt."
Ein Dorf sieht rot, erschienen in "Süddeutsche Zeitung", 1. Dezember 2011