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Berg.Welten 2008 - Wolfgang Bauer
Geboren 1970, studierte nach dem Abendgymnasium zunächst Islamistik, später Geographie und Geschichte. Das Schreiben gelernt beim Schwäbischen Tagblatt ...
Geboren 1970, studierte nach dem Abendgymnasium zunächst Islamistik, später Geographie und Geschichte. Das Schreiben gelernt beim Schwäbischen Tagblatt, Tübingen. Seit 2001 Pauschalist des Reportagenressorts bei Focus. Unterwegs auch für GEO und National Geographic. Diverse Auszeichnungen, u.a.: 2004 Nominierung für den „Egon-Erwin-Kisch-Preis“. „Wilhelm und Ingeborg Roloff Preis der Deutschen Lungenstiftung 2007“. „Hansel-Mieth-Preis 2008".
„Ein Thema, an dem man leicht scheitern kann, weil die Klischees wie die Falleisen lauern. Der Autor hat sich mit Neugier, Leidenschaft und vollem Körpereinsatz in die Geschichte hineingeschmissen und sie bravourös bestanden. Er war physisch dabei beim Wildern, mit Herz und Hirn. Das erfährt und spürt der Leser vom ersten blutigen Satz bis zum aasigen Ende. Von den sozialen Nöten bis zum Rebellentriumph. Vom Liebesbeweis bis zum Todeskitzel. Von der Diebstahlsstatistik bis zur Tierquälerei. Und dabei versteigt sich der Autor nie in Regionen jenseits des soliden Journalistenhandwerks.“

„Wolfgang Bauer ermöglicht uns, was wir schon immer einmal wollten: das Verbotene zu tun, oder zumindest dabei zu sein. Dabei zu sein, wenn ein Wilderer auf Pirsch geht, wenn eine Gämse erlegt wird, wenn das Blut in Bächen über den Fels rinnt, und das im plakativen Detail. Spannend erzählt und stilistisch ansprechend zieht der Autor den Leser hinein in die Geschichte, nicht nur wenn das Tier seinen letzten Sprung tut, sondern auch wenn er über die Hintergründe des Wilderns spricht oder die Familiengeschichte des Wilderers aufrollt. Nachvollziehbar fängt er den emotionalen Zustand zwischen der Freude über den Abschuss und der Angst vor der Entdeckung ein, überzeichnet aber auch grotesk die Triumph-Attitüden des »siegreichen Jägers«, der als Anerkennung von der Freundin am mit frischem Blut verschmierten Tisch Rhabarberkuchen gereicht bekommt. Und verschweigt, bei allem Mitfiebern mit dem Gesetzesbrecher, nicht, dass die kurze Freude für den Wilddieb für die Tiere oftmals sinnlose Quälerei bedeutet: »Das Tier musste sterben, damit die Menschen das Leben wieder spüren.« – »Dem Fest folgen gegen Morgen die Fliegen.“

„Starkes Thema, souveräner Autor, stimmige Reportage: Wie präzise und eindringlich Wolfgang Bauer diese verbotene, ja verruchte Leidenschaft beschreibt, ohne sich mit dem Unbotmäßigen gemein zu machen oder sich darüber zu erheben, ist allemal preiswürdig.“

„Eine ganz und gar außergewöhnliche Reportage, gewissermaßen die rohe Hinterseite der polierten Fremdenverkehrs-Fassade der Alpen. Das Erlebte authentisch und dem Stoff durchaus angemessen geschildert.“

„Packender Augenzeugenbericht eines schwer zu verurteilenden Verbrechens.“
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