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Berg.Welten 2009 - Melanie Mühl
Der Bilderberg
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. März 2009
geboren am 6. September 1976 in Stuttgart, aufgewachsen in Bayreuth. Nach dem Abitur in München studiert sie Germanistik und Journalismus in Karlsruhe. Für die Lufthansa fliegt sie währenddessen in Teilzeit als Flugbegleiterin um die Welt. Studienaufenthalt in der kanadischen Kleinstadt Kingston am Ontariosee, wo sie Deutsch unterrichtet. 2004 beginnt sie ein zweijähriges Volontariat bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seit dem 1. Oktober 2006 ist sie Redakteurin im Feuilleton.

Anfang März 2010 erscheint von Melanie Mühl bei Nagel & Kimche das Buch „Menschen am Berg. Geschichten vom Leben ganz oben“.
„Der Versuch einer Wortautorin, hinter die Sprache der Bilder zu schauen. Trügen Bilder, kann man nur das erfahren, „was man sieht“?, fragt dieser Text. Und: Was ist das Geheimnis des Bilderschatzes, den eine Fotografin gehoben hat? Kann es, darf es enthüllt werden? Etwas Märchenhaftes liegt in der ganzen Geschichte: Ach wie gut, dass niemand weiß...

Eine andere Ebene des Textes: Was sind die Berge („langweilige Landschaften“) ohne den Menschen? Was sucht er/findet er in den Bergen?

Eine dritte Ebene: Die bereits historische Bedeutung des Dias im digitalen Zeitalter. Jeder hat in Diaboxen und Fotoalben „Bilderberge“ angehäuft. Was bedeuten sie heute, wo landen sie? Wen interessiert noch „die ganze Geschichte“? In unserer Zeit, in der auch der Trödelladen schon obsolet und durch Ebay ersetzt ist? In der funktionierende Seniorenappartements Vergangenheit und Zukunft ausblenden?“

„Ein vieles offen haltender, irritierender Text. Der Preis geht an eine skeptische, bescheidene, unsichere Haltung gegenüber dem, was Welt ist.“

„Nur am Rande geht es in Melanie Mühls Beitrag um Berge. Sie sind die Kulisse auf Fotos eines Paares, das die Autorin fasziniert – so sehr, dass sie sich auf die Spuren der beiden Personen begibt. Dabei beobachtet sie genau („… an einer Straße in Tilburg, die aus Asphalt und Häusern besteht; kein Grün, nur ein Baum, der wie tot aussieht.“) und formuliert gekonnt, treffend, manchmal witzig („So lernte Andrea Stultiens D. und G. kennen.“). Sie macht sich ein Bild, vermutet, stellt wie ein Detektiv Thesen auf, aber stülpt den beiden keine Interpretation über. Was die Berge für sie waren, was sie in den Bergen fanden, bleibt ebenso offen wie das Ende. Dass die Autorin uns nicht »die ganze Geschichte« mit ihren womöglich ernüchternden Details verrät, lässt die Faszination bestehen und ist der eigentliche Kunstgriff dieses wohltuend »anderen«, originellen Bergtextes.“

„Ein Wurf eine Berggeschichte, die im wesentlichen in den Niederlanden spielt und von der Sehnsucht nach den Bergen handelt, die an unerwarteten Orten, eben im flachsten aller europäischen Länder, ausbricht und lebenslang anhält. Zugleich ein schöner Text über des Menschen Streben nach dem Bewahren und über das Verschwinden und Verlorengehen.

Eine ferne Erinnerung an Cees Nootebooms schönen Roman ‚Aus den niederländischen Bergen’.“

„Präzise, einfühlsam und in vollendeter Diskretion beschreibt Melanie Mühl ihre Suche nach einer Liebe, deren Spur sich nur in seriell-ikonenhaften Fotografien erhalten hat: Greet und Piet, eine Ehe lang, vor Berglandschaften.“

„Packende Rekonstruktion einer großen Liebe, das Wettbewerbsthema auf beherzte und meisterhafte Art ausgelegt.“
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