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Berg.Welten 2011 - Tom Dauer
Wie viel ein Leben kosten darf
GEO, Dezember 2011
geboren 1969, wuchs in Mexico City und München auf. Seine Eltern lehrten ihn die Berge lieben, später verbrachte er viele Jahre reisend und bergsteigend in den Alpen, den Anden und im Himalaya. Heute arbeitet der Literaturwissenschaftler und Absolvent der Deutschen Journalistenschule am liebsten in den Gebirgen der Welt, weil er dort Leidenschaft und Beruf miteinander verbinden kann. Er schreibt regelmäßig für GEO, GEO Special und National Geographic und ist Kolumnist bei Active Life und ALPIN. Zudem veröffentlichte er mehrere Bücher zum Thema Berge, Alpinismus und Abenteuer. Als kletternder Experte schreibt er Drehbücher und führt Regie bei Dokumentarfilmen. Lebt auf einem Einödhof zwischen München und dem bayerischen Alpenrand.
"Die Reportage über den Aufbau eines Flugrettungsdienstes im Himalaja, der durch einen tragischen Helikopterabsturz zurückgeworfen wird, packt den Leser von der ersten Zeile an. Der Text baut mit Schauplatzwechseln zwischen dem Grat eines Sechstausenders in Nepal und der Helikopterbasis in Kathmandu sowie zur Ausbildung der nepalesischen Piloten durch Schweizer Luftretter Spannung auf, lässt die Dramatik der realen Ereignisse nachvollziehen und spitzt sich auf die Frage zu, wie viel Risiko Bergrettern zugemutet werden kann, um Bergsteiger zu retten, die sich selbst in eine heikle Situation begeben haben. Tom Dauer hat nicht nur eine umfangreiche Recherche betrieben, er hat den vielschichtigen Stoff in angemessen sachlichem Ton gekonnt aufbereitet und zeichnet sich durch ein großes Einfühlungsvermögen in seine Protagonisten aus."

"Der Text ist spannend wie ein Krimi und berührt eine wichtige Grundfrage: Dürfen Alpinisten durch ihre Abenteuerlust andere, auch professionelle Retter, in Gefahr bringen? Die Jury würdigt mit ihrer Entscheidung die akribische, rechercheaufwändige Darstellung eines tödlichen Bergunfalls. Dass der Autor bei den verhängnisvollen Ereignissen nicht selbst anwesend war, schmälert seine Leistung nicht. Es gelingt ihm, das Unglück detailliert und überzeugend zu schildern. Der Text erfüllt damit in weiten Teilen zwar nicht alle Kriterien einer klassischen Reportage, aber die Jury hat sich bewusst für einen freieren Umgang mit journalistischen Stilmitteln und gegen Orthodoxie entschieden: Der Text ist eine meisterhafte, packend erzählte und glaubwürdige Rekonstruktion."

"Tom Dauer rekonstruiert minutiös genau die Tragödie um eine Hubschrauber-Bergung im Himalaya. Dabei schafft er originelle und spannende Verbindungen und zeigt weniger bekannte Facetten des Alpinismus. Er schreibt über die neueste Sicherheitstechnik und ihre Grenzen sowie von der ungerechten Verteilung des Risikos. Seine Geschichte führt von Europa nach Asien und zurück, erzählt von Mut, Selbstüberschätzung, Zufall, Schuldgefühl, moralischer Verantwortung und liest sich spannend wie ein Krimi."

"Aus Bergnot per Hubschrauber gerettet zu werden, ist kein europäisches Privileg mehr. Tom Dauer zeichnet in seiner detailreichen, spannend geschriebenen Reportage nach, wie die Flugrettung in Nepal mit Schweizer Hilfe gegründet und durch einen schrecklichen Unfall beinahe auch gleich wieder eingestellt worden wäre: Ein Hubschrauber stürzte mit zwei Flugrettern beim Versuch ab, ein deutsch-japanisches Team zu retten."
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